In schnelllebigen Zeiten des Umbruchs sind Konstanz und Verlässlichkeit besonders wichtig. Trotz wirtschaftlicher Herausforderungen ist es dem Verein Menschen in Not der Heilbronner Stimme im 55. Jahr der Leserhilfsaktion gelungen, rund 960.000 Euro an Spendengeldern – und damit rund 70.000 Euro mehr als im Vorjahr – zu sammeln. Die Zahl der Spender erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 135 – von 6532 auf 6667. Die durchschnittliche Spendensumme lag im vergangenen Geschäftsjahr zwischen dem 1. April 2024 und dem 31. März 2025 bei 144 Euro.
Diese Spendensummen kommen weiterhin zuverlässig jenen Personen im Stadt- und Landkreis Heilbronn sowie im Hohenlohekreis zugute, die aufgrund finanzieller Engpässe temporäre Unterstützung benötigen. Etwa aufgrund von Schicksalsschlägen wie plötzlichen Todesfällen, Arbeitslosigkeit oder häuslicher Gewalt, die einen raschen Umzug notwendig macht. Das Menschen-in-Not-Vorstandsteam um Tanja Ochs, ihrem Stellvertreter Daniel Hagmann und dem erweiterten Vorstandsmitglied Stratos Goutsidis hat im zurückliegenden Geschäftsjahr mehr als 110 direkte Anträge von Privatleuten bearbeitet. Dabei war auffällig, dass sich unter den Antragstellern häufig alleinerziehende Mütter mit mindestens zwei Kindern oder Senioren befinden. Vielfach geht die persönliche Not der Menschen auch mit einer längeren Krankheit einher.
Finanzielle Probleme entstehen in vielen Fällen, weil Ämter aufgrund von Überlastung Unterstützung nicht rechtzeitig auszahlen oder weil sich Lohnauszahlungen verzögern. Dann geraten die Antragssteller unverschuldet in finanzielle Engpässe – und genau dann springt der Verein Menschen in Not rasch und unbürokratisch mit unterschiedlichen Hilfsmöglichkeiten ein. Neben Geld haben sich Lebensmittel-Gutscheine im Wert von 200 bis 300 Euro als Unterstützung bewährt, die nach Prüfung der Lebenssituation der Antragssteller bei entsprechender Bedürftigkeit herausgegeben werden.
Menschen in Not: Enger Austausch mit Sozialorganisationen
Mehr noch als in den Vorjahren wenden sich Menschen innerhalb kurzer Zeiträume wiederholt an die Leserhilfsaktion. Allerdings kann und soll Menschen in Not das soziale Netz nicht ersetzen. Daher beschränkt sich die Organisation nach wie vor auf einmalige Hilfe im Akutfall. Menschen in Not ist keineswegs als kontinuierliche Einkommensquelle im Bedarfsfall gedacht.
Zur Unterstützung der Bedürftigen in der Region befindet sich der Verein im engen Kontakt mit Sozialorganisationen wie beispielsweise dem Kinderschutzbund, der Diakonie, der AWO und der Caritas. In zwei Ausschüttungen – im Dezember 2024 sowie im Februar 2025 – erhielten diese Institutionen insgesamt rund 730.000 Euro für die direkte Unterstützung ihrer Klienten sowie für soziale Projekte, die dabei helfen, Leid und Probleme in der Region zu verringern.
Menschen in Not treibt die Digitalisierung voran
Seit Kurzem ist es für Antragssteller möglich, nicht nur per Post oder Scan, sondern auch über eine digitale Maske auf der Homepage von Menschen in Not Anträge zu stellen. Das verschlankt den Aufwand für das Verwaltungsteam. Im Zuge der vergangenen Runde sorgte auch die Verbreitung von Spendenaufrufen und die Video-Dokumentation von Hilfsaktionen auf den digitalen Kanälen der Stimme Mediengruppe für zusätzliche Aufmerksamkeit. Beispielsweise war Daniel Hagmann mit einem Stimme-Videoteam im vergangenen Winter in der Kälteunterkunft der Heilbronner Aufbaugilde in der Neckarhalde zu Gast und verteilte dort wärmende Pullover.
Darüber hinaus erscheinen in der Heilbronner Stimme und auf stimme.de in der Vorweihnachtszeit täglich Beispielfälle vom Menschen, die von der Leserhilfsaktion unterstützt werden. Zudem porträtieren Ochs und Hagmann soziale Organisationen, die bei den Ausschüttungen begünstigt werden. Tanja Ochs berichtet: „Wir sind dem Haus für diese Plattform sehr dankbar, weil es den Spendern konkret zeigt, wo ihr Geld ankommt. Das ist entscheidend, um auch in Zukunft Spenden zu generieren.“
Leserhilfsaktion: Direkter Kontakt mit den Menschen motiviert
Daniel Hagmann sammelte außerdem bei Glühwein-Ausschank-Aktionen auf Weihnachtsmärkten in Zusammenarbeit mit dem TSV Künzelsau sowie mit dem Heilbronner Winterdorf-Team Spendengelder ein. Der stellvertretende Vorstand berichtet: „Es war schön zu sehen, wie bekannt und anerkannt die Hilfsaktion ist. Der direkte Kontakt hat gezeigt, welche wichtige Bedeutung die Leute sozialen Hilfsorganisationen beimessen und wie sie ihrerseits beim direkten Erfahrungsaustausch über die Notwendigkeit der Hilfen finanziell unterstützen.“ Ebenfalls motivieren das Menschen-in-Not-Team die dankbaren Rückmeldungen der Antragssteller, wenn es gelungen ist, beispielsweise mit einem Lebensmittelgutschein eine akute Situation zu lindern. Immer wieder erreichen den Verein Dankesmails mit Formulierungen wie „Ich hatte vor Freude Tränen in den Augen“.
Die 56. Runde der Aktion Menschen in Not startet am 8. November mit einem Spendenaufruf des Chefredakteurs Uwe Ralf Heer. Tilmann Distelbarth, Geschäftsführer und Verleger der Stimme Mediengruppe, erklärt: „Nun gilt es, auf ein Neues die bedürftigen Menschen direkt bei uns vor der Haustür zu unterstützen. Ich bin gespannt, wie sich sowohl die Spendenbereitschaft als auch die Bedürftigkeit in dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit entwickeln.“