Schecks und gute Gespräche: Im Rahmen der ersten Spendenausschüttung haben sich Mitarbeiter sozialer Einrichtungen mit Mitgliedern des Vereins Menschen in Not ausgetauscht. (Foto: Ralf Seidel)

Es geht nur Hand in Hand. Ebenso wie die Leserinnen und Leser der Heilbronner Stimme sich solidarisch zeigen und in der 55. Runde der Hilfsaktion Menschen in Not bereits mehr als 700.000 Euro für Bedürftige und wichtige soziale Projekte gespendet haben, befindet sich das Team hinter der Spendensammlung in engem Austausch mit karitativen Einrichtungen in Heilbronn-Franken. Schließlich soll jeder gespendete Euro da ankommen, wo er gebraucht wird.

Wie schon in den vergangenen Jahren hat der Verein Menschen in Not der Heilbronner Stimme in der Woche vor Weihnachten Vertreter sozialer Organisationen zur Spendenübergabe eingeladen: 362.000 Euro verteilen sich auf 37 Institutionen und Hilfsprojekte, die alle dazu beitragen, Krisen und Notlagen in der Region zu lindern.

Verein Menschen in Not: Wertvolle Hilfe, direkt vor Ort
Darüber hinaus ist das vorweihnachtliche Treffen immer ein willkommener Anlass, sich auszutauschen, miteinander zu besprechen, wo die Not am größten ist und wie Spenden sinnvoll eingesetzt werden können. Auch diesmal wurde dabei deutlich, dass der Verein der Heilbronner Stimme eine sehr geschätzte, verlässliche Größe im sozialen Netz der Region ist. „Wir freuen uns, dass wir dank der großzügigen Unterstützung unserer Leser auch im 55. Jahr der Aktion Menschen in Not so wertvolle Hilfe direkt vor Ort leisten können“, sagt Stimme-Chefredakteur Uwe Ralf Heer.

In immer mehr Haushalten – auch in der wirtschaftlich gut aufgestellten Region Heilbronn-Franken – fehlt es an Grundlegendem wie Lebensmittel und Kleidung. „Der große Vorteil von Menschen in Not ist, dass wir mit dem Geld aus dem Spendentopf rasch und unbürokratisch helfen können. Gerade dort, wo offensichtlicher Bedarf herrscht, uns aber aus rechtlichen Gründen die Hände gebunden sind“, sagt Anita Glöckner von der Schuldnerberatung im Landratsamt Hohenlohekreis.

In wirtschaftlichen Krisen brechen Finanzierungsmodelle zusammen
Die Einzelfallhilfen, die die Institutionen im Stadt- und Landkreis Heilbronn sowie im Hohenlohekreis mit den Spenden abdecken, sind vielfältig: Mehrere Institutionen wie beispielsweise die Diakonie geben Lebensmittelgutscheine heraus. „Manchmal fehlt aber auch das Geld für Hörgeräte-Batterien. Dann helfen wir aus, damit die Betroffenen wieder am Leben teilhaben können“, sagt Elisabeth Ernst vom Kreisdiakonieverband Hohenlohekreis.

Die Gründe, warum Lebensentwürfe bedroht sind, werden komplexer, sagen die Experten. „Wenn Menschen entlassen oder in Kurzarbeit geschickt werden, funktionieren Finanzierungsmodelle nicht mehr“, erklärt Anna Dolch von der Aufbaugilde Heilbronn. Angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung werde sich die Problematik weiter verschärfen. Dennoch ist bemerkenswert, dass sich der Spendeneingang für die Aktion Menschen in Not auf einem ähnlichen Niveau wie in den Vorjahren bewegt.

Stimme Mediengruppe trägt Kosten des Vereins Menschen in Not
„Die Spendenbereitschaft ist der Seismograph für den sozialen Zusammenhalt“, sagt Karl Friedrich Bretz, Geschäftsführer des Kreisdiakonieverbands Heilbronn. „In unserer Region ist die Solidarität ausgeprägt. Während der Feiertage ist es oft Brauch, dass ein Geschenk an jemand anderen auch mit der Erwartung einer positiven Geste für einen selbst verbunden ist. Dabei ist dieses selbstlose Geben, das Zusammenstehen in der Not mit Bedürftigen doch der wahre Kern von Weihnachten“, erklärt Bretz weiter.

Gemeinsam mit den Einrichtungen ist es dem Verein auch möglich, über einzelne Spendenempfänger zu berichten. Fallbeispiele und Einblicke in die Arbeit der begünstigten Organisationen machen die Krisensituationen, in denen der Verein einspringt, sichtbar. Tilmann Distelbarth, Verleger und Geschäftsführer der Stimme Mediengruppe, unterstützt die Aktion: „Indem die Spenden zu 100 Prozent gezielt eingesetzt werden, können wir die regionale Not zumindest ein wenig lindern. Die Spendenbereitschaft zeigt, dass Menschen in Not in den Herzen und Köpfen der Leser fest verankert ist.“ Bei einer zweiten Ausschüttung im Februar wird der Verein weitere Spenden verteilen. Alle Spendeneinnahmen werden ausgeschüttet, die Kosten der Aktion trägt das Medienunternehmen.
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