Sonderaktion: Schuldnerberatungen in Stadt und Landkreis Heilbronn schütten in einer zweiten Runde Geld für Bedürftige aus
Von Tanja Ochs
Viele Haushalte kämpfen mit hohen Strom- und Gaspreisen. Um Menschen in der Region zu unterstützen, die von Nachzahlungen überfordert sind, hat der Verein Menschen in Not im vergangenen Herbst eine Sonderaktion ins Leben gerufen. Dabei wurden mehr als 100 000 Euro für die unbürokratische Unterstützung von Geringverdienern ausgeschüttet. Jetzt gibt es eine Neuauflage des Projekts.
Bei den Anträgen an die Hilfskation spielen die Energiekosten zunehmend eine große Rolle. Gerade jetzt, wo das Jahr zu Ende geht und die nächsten Nachzahlungen ins Haus flattern. Und das in einer Zeit, in der die Inflation auch andere Lebenshaltungskosten nach oben treibt und die monatlichen Abschlagszahlungen die Haushaltskassen belasten.
Gerade deshalb hat der Verein Menschen in Not gemeinsam mit der Stadt Heilbronn, dem Landkreis Heilbronn und dem Hohenlohekreis das Projekt erneut angestoßen. Das unkomplizierte und niedrigschwellige Hilfsangebot soll verhindern, dass Energiekosten zur Schuldenfalle werden. „Dank der großzügigen Spenden unserer Leser und Leserinnen können wir Menschen in der Region gezielt unterstützen“, erklärt Stimme-Chefredakteur Uwe Ralf Heer.
Abgewickelt werden die Anträge jeweils über die Schuldnerberatungen von Stadt und Landkreisen. Während sich die Einwohner des Landkreises Heilbronn an die Schuldnerberatung im Jobcenter des Landratsamtes wenden können, wickelt die Schuldnerberatung der Awo Heilbronn die Anträge aus der Stadt Heilbronn ab. Für beide hat der Verein zunächst 60 000 Euro bereitgestellt. Im Künzelsauer Landratsamt ist ebenfalls die Schuldnerberatung zuständig. So kommt die Hilfe direkt bei Betroffenen an. Wer Unterstützung benötigt, kann sich beraten lassen und ein Onlineformular für seinen Antrag nutzen.
In der zweiten Runde der Energiekostenhilfe können erstmals auch Empfänger von Sozialleistungen Unterstützung erhalten, sofern die vorrangigen Sozialleistungen ausgeschöpft sind. Die Höhe des Zuschusses liegt bei maximal 1000 Euro und richtet sich nach der Anzahl der Haushaltsmitglieder. Jeder Antrag wird einzeln geprüft. Das Projekt ist aktuell auf zehn Monate ausgelegt, kann aber bei Bedarf verlängert werden.
Verbreitungsgebiet Im vergangenen Herbst und Winter haben 203 Menschen aus Stadt und Landkreis Heilbronn bei der Awo in Heilbronn Energiekostenhilfe beantragt. 132 Antragsteller kamen aus dem Landkreis, 63 aus der Stadt Heilbronn. Im Hohenlohekreis wurden 48 Anträge auf Energiekostenhilfe gestellt, davon 41 bewilligt und sieben abgelehnt. Ausgeschüttet wurden dort bislang insgesamt 24.100 Euro, jeder Betroffene erhielt damit im Schnitt 587,80 Euro. Weitere acht Anträge kamen aus anderen Landkreisen, dort werden allerdings keine Spenden ausgeschüttet, weil die Hilfsaktion von Heilbronner Stimme, Kraichgau Stimme und Hohenloher Zeitung ausschließlich im Verbreitungsgebiet der Tageszeitung läuft. Bei der Energiekostenhilfe waren bis Juli dieses Jahres 131 Menschen in der Stadt Heilbronn antragsberechtigt, im Schnitt erhielt jeder 577 Euro aus den Mitteln des Vereins. Jetzt können erneut Anträge gestellt werden.
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